Christin Löhner, privates Blogprojekt Sulz am Neckar, DE · Home Assistant & Smart Home
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Warum ich auf Home Assistant umgestiegen bin

· Christin Löhner

Bevor ich Home Assistant kannte, sah mein Zuhause so aus: eine App für die Steckdosen, eine App für die Heizung, eine App für die Kamera, eine App für den Saugroboter. Vier Hersteller, vier Cloud-Konten, vier Datenschutzerklärungen, die ich nie gelesen habe. Wenn eine App mal wieder ein Update wollte, bevor ich das Licht anmachen konnte, war irgendwann Schluss mit lustig.

Der Punkt, an dem es mir gereicht hat

Der eigentliche Auslöser war gar nicht Datenschutz, sondern Frust. Ich wollte, dass die Flurbeleuchtung angeht, wenn Bewegung erkannt wird, aber nur wenn es dunkel ist und nur wenn ich nicht selbst zu Hause bin. Eine simple Regel. In der App des Herstellers ging das schlicht nicht, weil die App nur das konnte, was der Hersteller sich für sein eigenes Produkt ausgedacht hatte. Geräte verschiedener Hersteller miteinander sprechen lassen: Fehlanzeige.

Dazu kam die Erinnerung an Insteon, einen der damals größten Smart-Home-Anbieter in den USA, der 2022 ohne Vorwarnung seine Cloud abschaltete. Über Nacht funktionierten tausende Installationen nicht mehr. Das investierte Geld war weg, die Hardware nutzlos. Genau das wollte ich mir nicht antun.

Was sich mit Home Assistant geändert hat

Home Assistant läuft bei mir auf einem kleinen Mini-PC im Netzwerkschrank, nicht in irgendeiner Cloud. Alle Automatisierungen laufen lokal. Wenn mein Internet ausfällt, was in Sulz am Neckar öfter vorkommt als mir lieb ist, funktioniert bei mir trotzdem alles weiter. Licht, Heizung, Rollläden, alles reagiert wie gewohnt.

Der zweite große Unterschied: alles ist an einem Ort. Ich öffne eine App, egal ob es um die Zigbee-Steckdose in der Küche geht oder um den Wechselrichter der Photovoltaikanlage auf dem Dach. Über 3.000 Integrationen bedeuten in der Praxis, dass fast alles, was ich bereits besessen habe, sich irgendwie einbinden ließ, ohne dass ich neue Hardware kaufen musste.

Und die Automatisierungen sind jetzt tatsächlich so, wie ich sie mir vorgestellt habe. Bewegung plus Dunkelheit plus Abwesenheit gleich Licht an, das war die erste Regel, die ich gebaut habe, und sie funktioniert bis heute zuverlässig.

Was ich unterschätzt habe

Ehrlich gesagt: die Einrichtung ist kein Zehn-Minuten-Projekt. Wer eine Lösung erwartet, die man auspackt und die sofort alles kann, wird von Home Assistant erst einmal enttäuscht sein. Die erste Woche habe ich vor allem damit verbracht, herauszufinden, welches Protokoll für welches Gerät sinnvoll ist, und Integrationen zu testen. Das lohnt sich, aber man sollte sich die Zeit nehmen.

Der Vorteil danach: ich bin nicht mehr davon abhängig, ob ein Hersteller seine App weiter pflegt, seine Cloud weiter betreibt oder seine Preise plötzlich ändert. Das System gehört mir, läuft bei mir, und macht genau das, was ich ihm beibringe.

Was in diesem Blog kommt

Dieses Blog ist mein Logbuch für alles, was ich rund um Home Assistant und mein Zuhause ausprobiere, kaputt mache und wieder repariere. Tutorials für konkrete Automatisierungen, ehrliche Einschätzungen zu Hardware, und ab und zu ein Blick über den Tellerrand, wenn wieder ein Cloud-Anbieter seinen Dienst einstellt und ich mich frage, wie gut es ist, dass mich das diesmal nicht betrifft.

Kein Sponsoring, keine Affiliate-Links. Nur das, was bei mir tatsächlich funktioniert.